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| Geschrieben von: PE | |||
| Donnerstag, den 28. Oktober 2010 um 18:21 Uhr | |||
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ProgrammDas Programm des Symposions 2009 finden Sie unter folgendem Link:
Parteien ohne Mitglieder
Unter der Überschrift „Parteien ohne Mitglieder?“ fand am 23. und 24. Oktober 2009 das diesjährige parteienwissenschaftliche Symposion des Instituts statt. Dazu kamen im Heinrich-Heine-Saal der Universität Düsseldorf fast 100 Forscher aus Politikwissenschaft und Jura, Interessierte aus Stiftungen und Verbänden, internationale Experten, Fachleute aus der Politpraxis sowie Medienvertreter und Studierende zusammen, um gemeinsam über Fakten, Hintergründe und mögliche Reformen der Parteimitgliedschaft zu beraten.
Demokratie braucht Parteien, Parteien brauchen Mitglieder
Der empirische Befund fiel eindeutig aus: Allein hierzulande haben die im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien seit 1990 mehr als ein Drittel ihrer Mitglieder verloren, weshalb pessimistische Stimmen bereits das „Ende der Mitgliederpartei“ verkünden. Dabei stößt das Bild einer mitgliederlosen Partei – das machte die Tagung noch einmal besonders deutlich – auf erhebliche normative Bedenken. Die parlamentarische Demokratie braucht Parteien und Parteien brauchen Mitglieder, um ihre verfassungsgemäße Scharnierfunktion zwischen Staat und Gesellschaft adäquat ausfüllen zu können. Es blieb deshalb nicht bei einer bloßen Bestandsaufnahme der rückläufigen Mitgliederentwicklung in Deutschland, die in einen größeren gesellschaftlichen Zusammenhang eingeordnet wurde (Stichwort: Wertewandel). Vielmehr diskutierten die vielen namhaften Referenten aus dem In- und Ausland auch vergleichbare Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern.
Maßnahmen gegen den Mitgliederschwund
Zudem wurden verschiedene Maßnahmen gegen den Mitgliederschwund wie etwa die Einführung von Schnuppermitgliedschaften, lockeren Freundeskreisen oder virtuellen Ortsvereinen erörtert, deren Erfolg bislang allerdings eher bescheiden ausfalle. Die abschließende Politikerrunde mit Profis aus der Praxis machte dann vor allem eines deutlich: Die Parteien selbst haben das Problem ihrer fortschreitenden Ausdünnung und Überalterung inzwischen erkannt. Mit der Propagierung einfacher Lösungen hielt man sich jedoch auch auf dem Podium bedeckt. Ulrich von Alemann, Prorektor der HHU Düsseldorf und stellvertretender Direktor des PRuF, konnte gleichwohl zu Recht ein positives Fazit der Veranstaltung ziehen. Man habe eine „phantastische Demonstration der Interdisziplinarität“ und „viel Stoff zum Nachdenken“ erhalten.
Nächstes Symposion im Frühjahr 2011
Seinen besonderen Dank richtete Alemann – natürlich auch im Namen von PRuF-Direktor Martin Morlok – an alle Referentinnen und Referenten für die interessanten Beiträge, den Rektor der Heinrich-Heine-Universität Michael Piper für dessen freundliches Grußwort, das aufmerksame und diskussionsfreudig-kritische Publikum, das gesamte Organisationsteam sowie nicht zuletzt die Gerda-Henkel-Stiftung und den Verein der Freunde und Förderer des Sozialwissenschaftlichen Instituts („v.e.r.so“) für die finanzielle Unterstützung der Tagung. Alle Beiträge des diesjährigen Symposions werden in naher Zukunft in einem Sammelband veröffentlicht. Ein ausführlicher Tagungsbericht findet sich dagegen bereits in Kürze auf unserer Homepage. Das nächste Symposion geht dann voraussichtlich im Frühjahr 2011 unter dem Titel „Politik an den Parteien vorbei – Freie Wähler und Wählergemeinschaften als Alternative?“ über die Bühne.
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