PPDB (Political Party Data Base Project)

Das Political Party Data Base Project (PPDB) ist ein internationales Forschungsprojekt zur langfristigen Erhebung von Parteiorganisationsdaten in repräsentativen parlamentarischen Demokratien. Die ab dem Jahr 2011 erhobenen Daten stellen u.a. Informationen zu den Strukturen und Ressourcen, zum Führungsmanagement sowie zur innerparteilichen Partizipation der jeweiligen Parteien bereit. Anhand der Daten ist es möglich, sowohl den Wandel von Parteien in einzelnen Ländern zu untersuchen als auch die Gemeinsamkeiten und Unterschiede politischer Parteien im internationalen Vergleich herauszuarbeiten. Derzeit umfasst das Projekt Daten von 130 Parteien aus 25 Ländern. Zudem bieten wir eine stets wachsende Sammlung an Parteisatzungen in der Originalsprache. Ziel des PPDB ist es, die gesammelten Daten der internationalen Forschungsgemeinde in einer öffentlich zugänglichen Datenbank zur Verfügung zu stellen – insbesondere auch im Rahmen von Promotionsvorhaben.

Bislang haben sich Experten für 23 Länder dem Projekt angeschlossen. In den kommenden Jahren soll das Projekt verstärkt Länder aus Mittelosteuropa sowie Transitionsländer und Junge Demokratien miteinbeziehen.

Für Deutschland ist das PRuF im Rahmen dieses internationalen Projektes für die Datenerhebung aller auf Bundesebene relevanten Parteien verantwortlich.

Das PPDB steht in der Tradition eines früheren Projekts zur Erforschung von Parteiorganisationen, initiiert von Richard S. Katz und Peter Mair. 1992 hatten die beiden Forscher mit “Party Organizations: A Data Handbook on Party Organizations in Western Democracies, 1960-90” ein Standardwerk zu Parteiorganisationen herausgegeben. Paul Webb und Thomas Poguntke waren damals bereits an diesem ersten Projekt beteiligt, dessen Ziel es war, international vergleichend Daten zu Parteiorganisationen für den Zeitraum 1960 bis 1990 zu sammeln.

2016 ist die erste große Publikation unseres Projekts in Party Politics erschienen. In "Party Rules, Party Resources and the Politics of Parliamentary Democracies: How Parties Organize in the 21st Century" (Poguntke/Scarrow/Webb 2016) geben wir einen Überblick über das Projekt und eine Zusammenfassung der ersten Forschungsergebnisse.

Darüber hinaus publizierten die Mitglieder der internationalen Forschungsgruppe ihre Erkenntnisse in einem gemeinsamen Buchprojekt. „Organizing Political Parties. Representation, Participation, and Power“ (Scarrow/Webb/Poguntke), welches im Sommer 2017 erschien.

Förderung:

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG),
United Kingdom Economic and Social Research Council (ESRC) und
United States National Science Foundation (NSF) über den Bereich Open Research Area (ORA)

Fördersumme:

DFG: 200.000 €
ESRC: 160.000 £
NSF: 265.000 US-$

Laufzeit:

August 2014 bis Juli 2018

Projektleitung:

Prof. Dr. Thomas Poguntke
Prof. Dr. Susan Scarrow (University of Houston)
Prof. Dr. Paul Webb (University of Sussex)

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Sophie Karow, M.A.

Studentische Hilfskraft: Arbresha Hoti, B.A.

Projekthomepage: www.politicalpartydb.org

PPDB (Political Party Data Base Project)

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